Die Wahl der Buchhaltungssoftware ist eine der wenigen Software-Entscheidungen, die ein kleines Unternehmen wirklich teuer bezahlen kann, wenn sie falsch ausfällt. Sie merken es nicht am ersten Tag, sondern bei der nächsten Umsatzsteuervoranmeldung, beim Jahresabschluss und in dem Moment, in dem die Steuerkanzlei erklärt, dass sie mit Ihrem Programm nicht arbeiten kann.
Wir haben die im deutschen Markt relevanten Produkte an den Punkten geprüft, die hier tatsächlich zählen: GoBD-konforme, unveränderbare Buchführung, die Übermittlung an ELSTER, die Anbindung an DATEV, und seit 2025 die Frage, ob das Programm strukturierte E-Rechnungen empfangen und versenden kann. So sieht das Feld für 2026 aus.
Worauf Sie bei Buchhaltungssoftware achten sollten
Fangen Sie bei der GoBD an. Die Grundsätze zur ordnungsmäßigen Führung und Aufbewahrung von Büchern verlangen, dass Buchungen unveränderbar, nachvollziehbar, vollständig und zehn Jahre lang lesbar bleiben. Anbieter werben mit GoBD-Testaten von Prüfungshäusern, ein Testat ist eine deutlich stärkere Aussage als die Selbstauskunft „GoBD-konform“, und die beiden sollten Sie nicht verwechseln.
Der zweite Punkt ist DATEV. Für einen großen Teil des Mittelstands entscheidet nicht das Unternehmen, sondern die Steuerkanzlei: Wenn die Kanzlei DATEV verlangt, ist die Frage nach der Schnittstelle wichtiger als jede Funktionsliste. Prüfen Sie außerdem, ob es sich um eine echte Schnittstelle oder nur um einen Dateiexport handelt.
Drittens die E-Rechnung. Seit dem 1. Januar 2025 müssen deutsche Unternehmen strukturierte Rechnungen im inländischen B2B empfangen können; die Pflicht zum Versand greift je nach Umsatz gestaffelt ab 2027 und 2028. Empfang und Versand sind getrennte Fähigkeiten, und viele Produkte können das eine und nicht das andere.
Und viertens die Frage, ob Sie eine EÜR oder eine Bilanz brauchen. Freiberufler und kleine Gewerbetreibende rechnen mit der Einnahmenüberschussrechnung ab, eine GmbH braucht doppelte Buchführung. Ein Produkt, das nur EÜR kann, scheidet für eine GmbH aus, unabhängig davon, wie gut es sonst ist.
Wie wir geprüft haben
Bewertet wurde an dem, was in einem deutschen Unternehmen tatsächlich über die Eignung entscheidet: der vom Anbieter veröffentlichte Preis in Euro (netto, zzgl. 19 % MwSt.), die Abdeckung der gesetzlichen Pflichten. GoBD, Umsatzsteuervoranmeldung über ELSTER, E-Rechnung nach XRechnung und ZUGFeRD, im Lohnbereich DEÜV und eAU, die Anbindung an DATEV, die Tiefe in der eigentlichen Kernaufgabe, wie schnell eine Person ohne Fachausbildung produktiv wird, und die Qualität des deutschsprachigen Supports.
Preise stammen aus den Preisseiten der Anbieter selbst, nicht aus Sekundärquellen, und in die Noten fließen geprüfte Bewertungen von Menschen ein, die täglich mit den Programmen arbeiten. Wir küren bewusst nicht einen einzigen Sieger: Was für einen Betrieb mit zehn Personen richtig ist, ist es für zweihundert selten. Jeder Eintrag trägt deshalb seinen Einstiegspreis, seine aktuelle Note und einen klaren Hinweis darauf, für wen er passt und wo er an Grenzen stößt. Wo wir an einem Link verdienen, steht das dabei, an der Reihenfolge dieser Liste ändert es nichts.
Die besten Optionen im Ranking
1. Lexware Office (lexoffice)
Lexware Office ist für die meisten kleinen Betriebe die naheliegende Wahl. Der Weg von der Rechnung über die Belegerfassung bis zur Umsatzsteuervoranmeldung ist kurz und für Menschen gebaut, die keine Buchhalter sind. Die Voranmeldung geht direkt an ELSTER, und der DATEV-Export ist der Punkt, an dem die meisten Kanzleien einverstanden sind.
Was Sie bekommen: Cloud-Buchhaltung von Haufe-Lexware für Selbstständige und kleine Betriebe, mit ELSTER-Übermittlung und DATEV-Export für die Steuerkanzlei. Das Produkt ist neu im Verzeichnis und trägt deshalb noch keine Nutzernote.
Preis: Die Tarife reichen von S zu 7,90 €, M zu 12,90 €, L zu 21,90 € und XL zu 32,90 € pro Monat, zzgl. 19 % MwSt.
Warum wir es empfehlen:
- Direkte ELSTER-Übermittlung
- DATEV-Export für die Steuerkanzlei
- Belegerkennung mit Vorkontierung
Zu bedenken: die Funktion, die Sie brauchen, liegt häufig eine Tarifstufe über der beworbenen, rechnen Sie mit dem Tarif, nicht mit dem Startpreis.
Zum ausführlichen Test von Lexware Office (lexoffice) →
2. sevDesk
sevDesk deckt weitgehend dasselbe ab und zieht bei der automatischen Belegerkennung vorbei. Wer viele Belege und wenig Zeit hat, im Handwerk ist das der Normalfall, spart hier spürbar. Der Wechsel von der EÜR zur doppelten Buchführung gelingt ohne Produktwechsel, was bei einer geplanten GmbH-Gründung ein echtes Argument ist.
Was Sie bekommen: Cloud-Buchhaltung aus Offenburg für Selbstständige und kleine Unternehmen, mit automatischer Belegerkennung, ELSTER-Anbindung und DATEV-Export. Das Produkt ist neu im Verzeichnis und trägt deshalb noch keine Nutzernote.
Preis: Die Tarife reichen von Kostenlos zu kostenlos, Rechnung zu 11,90 €, Buchhaltung zu 25,90 € und Buchhaltung Pro zu 34,90 € pro Monat, zzgl. 19 % MwSt.
Warum wir es empfehlen:
- Starke automatische Belegerkennung
- ELSTER-Übermittlung direkt aus dem Programm
- Wechsel von EÜR zur Bilanz ohne Produktwechsel
Zu bedenken: wie beim Wettbewerb hängen wichtige Funktionen an der Tarifstufe, das ist vor Abschluss genau zu prüfen.
Zum ausführlichen Test von sevDesk →
3. DATEV Unternehmen online
Wenn Ihre Steuerkanzlei auf DATEV läuft, und das gilt für einen großen Teil des Mittelstands, ist die Frage weitgehend beantwortet. Belege werden bei Ihnen erfasst, die Kanzlei bucht auf demselben Datenbestand, und Rückfragen laufen am Beleg statt per E-Mail. Ein klassisches Buchhaltungsprogramm ist es allerdings nicht.
Was Sie bekommen: Die Belegplattform der DATEV eG, über die Mandanten und Steuerberatung dieselben Daten sehen. Kein klassisches Buchhaltungsprogramm, sondern das Bindeglied zur Kanzlei. Das Produkt ist neu im Verzeichnis und trägt deshalb noch keine Nutzernote.
Preis: Der Preis wird nicht veröffentlicht, sondern auf Basis Ihrer Anforderungen angeboten. Rechnen Sie mit einem Angebot vom Anbieter oder einem Partner.
Warum wir es empfehlen:
- Direkte Anbindung an die Steuerkanzlei
- Revisionssichere Archivierung nach GoBD
- Rechenzentren in Deutschland
Zu bedenken: die Bedienung stammt erkennbar aus einer anderen Zeit, und der Zugang läuft praktisch immer über die Steuerkanzlei.
Zum ausführlichen Test von DATEV Unternehmen online →
4. BuchhaltungsButler
BuchhaltungsButler stellt nicht die Rechnungsstellung in den Mittelpunkt, sondern die laufende Buchführung: Welcher Beleg gehört zu welcher Kontobewegung? Bei hohem, gleichförmigem Belegaufkommen ist das der überzeugendste Ansatz im Feld.
Was Sie bekommen: Deutsche Buchhaltungssoftware, deren Schwerpunkt auf der automatischen Zuordnung von Belegen zu Zahlungen liegt. Das Produkt ist neu im Verzeichnis und trägt deshalb noch keine Nutzernote.
Preis: Die Tarife reichen von Light zu 3,90 €, Smart zu 9,95 €, Premium zu 19,95 €, E-Commerce zu 9,95 € und Vereine zu 14,95 € pro Monat, zzgl. 19 % MwSt.
Warum wir es empfehlen:
- Automatische Zuordnung von Beleg und Zahlung
- Auf laufende Buchführung ausgelegt, nicht auf Rechnungsstellung
Zu bedenken: die Oberfläche verlangt mehr buchhalterisches Vorwissen als die beiden Marktführer.
Zum ausführlichen Test von BuchhaltungsButler →
5. Papierkram
Papierkram löst ein Problem, das die Großen nur halb lösen: Wer nach Stunden abrechnet, braucht Zeiterfassung und Buchhaltung im selben System. Projekte, Zeiten und Rechnungen hängen hier zusammen, und die Auswertung zeigt, welches Projekt sich tatsächlich gelohnt hat.
Was Sie bekommen: Deutsche Cloud-Buchhaltung mit integrierter Projekt- und Zeiterfassung, gedacht für Freiberufler und kleine Agenturen, die nach Stunden abrechnen. Das Produkt ist neu im Verzeichnis und trägt deshalb noch keine Nutzernote.
Preis: Die Tarife reichen von Free zu kostenlos, S zu 12,90 €, M zu 24,90 € und L zu 49,90 € pro Monat, zzgl. 19 % MwSt.
Warum wir es empfehlen:
- Zeiterfassung und Buchhaltung in einem System
- Projektbezogene Auswertung der Rentabilität
- Anbieter und Hosting in Deutschland
Zu bedenken: der Funktionsumfang ist bewusst schmaler; für Handel und Produktion ist es die falsche Kategorie.
Zum ausführlichen Test von Papierkram →
6. FastBill
FastBill kommt aus der Rechnungsstellung, und das merkt man positiv: Wiederkehrende Rechnungen, Abonnements und Mahnwesen sind sauber gelöst statt Beiwerk. Für Dienstleister mit laufenden Verträgen ist das der Alltag.
Was Sie bekommen: Deutsche Cloud-Lösung für Rechnungen, Belege und laufende Buchhaltung, mit Bankanbindung und DATEV-Export. Das Produkt ist neu im Verzeichnis und trägt deshalb noch keine Nutzernote.
Preis: Die Tarife reichen von Solo zu 10,00 €, Plus zu 15,00 €, Pro zu 30,00 € und Premium zu 59,00 € pro Monat, zzgl. 19 % MwSt.
Warum wir es empfehlen:
- Starke Abo- und Wiederholungsrechnungen
- Mahnwesen bereits im Standard
Zu bedenken: die Buchhaltungstiefe reicht nicht an die spezialisierten Produkte heran.
Zum ausführlichen Test von FastBill →Vergleich auf einen Blick
So schneidet die engere Auswahl ab, wofür sich das Produkt am besten eignet, der Einstiegspreis netto und die aktuelle Note auf Prüfstand.
| Software | Am besten für | Einstiegspreis | Note |
|---|---|---|---|
| Lexware Office (lexoffice) | Beste Gesamtwahl | Ab 7,90 € / Monat | Neu |
| sevDesk | Beste Belegerkennung | Ab 11,90 € / Monat | Neu |
| DATEV Unternehmen online | Beste Anbindung an die Kanzlei | Preis auf Anfrage | Neu |
| BuchhaltungsButler | Beste Automatisierung | Ab 3,90 € / Monat | Neu |
| Papierkram | Beste Wahl für Freiberufler | Ab 12,90 € / Monat | Neu |
| FastBill | Beste Abo-Abrechnung | Ab 10,00 € / Monat | Neu |
Womit sollten Sie rechnen?
Cloud-Buchhaltung für ein kleines deutsches Unternehmen bewegt sich üblicherweise im niedrigen bis mittleren zweistelligen Eurobereich pro Monat, netto und zzgl. 19 % MwSt. Einstiegstarife decken Rechnungsstellung und EÜR ab, mittlere Stufen bringen doppelte Buchführung, Bankanbindung und den DATEV-Export, und obere Stufen ergänzen Lager, Mehrwährungsfähigkeit oder mehrere Mandanten.
Die Zahl, auf die es ankommt, ist nicht der beworbene Einstiegspreis, sondern der Tarif, in dem die Funktionen liegen, die Sie tatsächlich brauchen, bei praktisch allen Anbietern hängen DATEV-Export und doppelte Buchführung an einer höheren Stufe. Rechnen Sie außerdem die Kosten der Steuerkanzlei mit: Eine Software, die der Kanzlei Arbeit abnimmt, kann sich über deren Rechnung bezahlt machen, auch wenn sie im Abonnement teurer ist.
Unser Fazit
Für die große Mehrheit kleiner deutscher Betriebe fällt die Entscheidung zwischen Lexware Office und sevDesk, und beide sind gute Antworten. Nehmen Sie sevDesk, wenn Sie viel Beleg haben; nehmen Sie Lexware Office, wenn Ihnen die etwas geradlinigere Führung durch die Voranmeldung wichtiger ist.
Die eigentlich wichtige Frage stellen Sie aber nicht der Software, sondern Ihrer Steuerkanzlei. Fragen Sie, mit welchen Programmen sie arbeitet und ob ein DATEV-Export reicht oder eine Schnittstelle erwartet wird. Diese eine Frage vor dem Kauf erspart Ihnen erfahrungsgemäß mehr Ärger als jeder Funktionsvergleich.
Das Fazit
Wenn Sie eine einzige Empfehlung wollen: Für Selbstständige und kleine Betriebe ist Lexware Office die sichere Wahl, sevDesk die ebenso gute Alternative mit der stärkeren Belegerkennung. Läuft Ihre Steuerkanzlei auf DATEV und soll sie einen großen Teil der Arbeit übernehmen, führt an DATEV Unternehmen online kaum ein Weg vorbei. Die ehrliche Antwort bleibt aber: Die beste Buchhaltungssoftware ist die, die zu Ihrer Größe, Ihrer Rechtsform und vor allem zu Ihrer Kanzlei passt. Nutzen Sie die Testphasen, ein Abend mit den eigenen Zahlen in zwei Programmen sagt mehr als jeder Test, auch dieser.
Häufige Fragen
Was bedeutet GoBD-konform genau?
Die GoBD verlangen, dass Buchungen unveränderbar, nachvollziehbar, vollständig und zehn Jahre lang lesbar bleiben. Praktisch heißt das: Eine einmal erfasste Buchung darf nicht spurlos überschrieben werden, Änderungen müssen protokolliert sein. Achten Sie auf den Unterschied zwischen der Selbstauskunft „GoBD-konform“ und einem GoBD-Testat eines Prüfungshauses. Letzteres ist die deutlich stärkere Aussage.
Brauche ich eine DATEV-Schnittstelle oder reicht ein Export?
Das entscheidet Ihre Steuerkanzlei, nicht Sie. Ein Dateiexport im DATEV-Format reicht vielen Kanzleien aus. Eine echte Schnittstelle überträgt laufend und erspart der Kanzlei manuelle Schritte, was sich in deren Rechnung bemerkbar machen kann. Fragen Sie vor dem Kauf nach.
Kann ich die Umsatzsteuervoranmeldung direkt aus der Software abgeben?
Bei den meisten hier genannten Produkten ja, über die ELSTER-Schnittstelle. Sie brauchen dafür ein ELSTER-Zertifikat. Ohne diese Anbindung müssten Sie die Werte manuell in ELSTER übertragen, fehleranfällig und unnötig.
Reicht eine EÜR oder brauche ich eine Bilanz?
Freiberufler und kleine Gewerbetreibende unterhalb der Schwellen des § 141 AO dürfen die Einnahmenüberschussrechnung nutzen. Eine GmbH oder UG braucht immer doppelte Buchführung mit Bilanz. Prüfen Sie das vor der Auswahl: Ein Produkt, das nur EÜR kann, scheidet für eine GmbH aus.
Was kostet Buchhaltungssoftware wirklich?
Der beworbene Einstiegspreis ist selten der Preis, den Sie zahlen. DATEV-Export, doppelte Buchführung und der Versand von E-Rechnungen liegen bei fast allen Anbietern in höheren Tarifstufen. Rechnen Sie mit dem Tarif, der Ihre Anforderungen abdeckt, und prüfen Sie den aktuellen Preis vor dem Kauf auf der Seite des Anbieters.
Die Preise wurden am 10. August 2026 gegen die deutschen Preisseiten der Anbieter geprüft und verstehen sich netto, zzgl. 19 % MwSt., sofern nicht anders angegeben. Anbieter ändern Preise ohne Vorankündigung, prüfen Sie den aktuellen Betrag vor dem Kauf auf der Seite des Anbieters. Mit Sternchen (*) markierte Links sind Affiliate-Links: Kaufen Sie darüber, erhalten wir eine Provision. Für Sie ändert sich der Preis dadurch nicht, und an den Noten und der Reihenfolge dieser Liste ändert es ebenfalls nichts.
