Wer im Nebenerwerb startet oder wenige Rechnungen im Monat schreibt, braucht keine Buchhaltungsplattform. Es gibt in Deutschland mehrere ernstzunehmende Programme mit dauerhaft kostenlosen Stufen und Tarifen im einstelligen Eurobereich, und keines davon ist ein Lockangebot mit Ablaufdatum.
Wichtig ist zu wissen, was in dieser Preisklasse fehlt. Bankanbindung, Umsatzsteuervoranmeldung über ELSTER und DATEV-Export liegen praktisch immer in höheren Stufen. Solange Sie das nicht brauchen, sparen Sie hier ohne Nachteil. Sobald Sie es brauchen, ist der Vergleich ein anderer.
Worauf Sie bei Buchhaltungssoftware achten sollten
Fangen Sie bei der GoBD an. Die Grundsätze zur ordnungsmäßigen Führung und Aufbewahrung von Büchern verlangen, dass Buchungen unveränderbar, nachvollziehbar, vollständig und zehn Jahre lang lesbar bleiben. Anbieter werben mit GoBD-Testaten von Prüfungshäusern, ein Testat ist eine deutlich stärkere Aussage als die Selbstauskunft „GoBD-konform“, und die beiden sollten Sie nicht verwechseln.
Der zweite Punkt ist DATEV. Für einen großen Teil des Mittelstands entscheidet nicht das Unternehmen, sondern die Steuerkanzlei: Wenn die Kanzlei DATEV verlangt, ist die Frage nach der Schnittstelle wichtiger als jede Funktionsliste. Prüfen Sie außerdem, ob es sich um eine echte Schnittstelle oder nur um einen Dateiexport handelt.
Drittens die E-Rechnung. Seit dem 1. Januar 2025 müssen deutsche Unternehmen strukturierte Rechnungen im inländischen B2B empfangen können; die Pflicht zum Versand greift je nach Umsatz gestaffelt ab 2027 und 2028. Empfang und Versand sind getrennte Fähigkeiten, und viele Produkte können das eine und nicht das andere.
Und viertens die Frage, ob Sie eine EÜR oder eine Bilanz brauchen. Freiberufler und kleine Gewerbetreibende rechnen mit der Einnahmenüberschussrechnung ab, eine GmbH braucht doppelte Buchführung. Ein Produkt, das nur EÜR kann, scheidet für eine GmbH aus, unabhängig davon, wie gut es sonst ist.
Wie wir geprüft haben
Bewertet wurde an dem, was in einem deutschen Unternehmen tatsächlich über die Eignung entscheidet: der vom Anbieter veröffentlichte Preis in Euro (netto, zzgl. 19 % MwSt.), die Abdeckung der gesetzlichen Pflichten. GoBD, Umsatzsteuervoranmeldung über ELSTER, E-Rechnung nach XRechnung und ZUGFeRD, im Lohnbereich DEÜV und eAU, die Anbindung an DATEV, die Tiefe in der eigentlichen Kernaufgabe, wie schnell eine Person ohne Fachausbildung produktiv wird, und die Qualität des deutschsprachigen Supports.
Preise stammen aus den Preisseiten der Anbieter selbst, nicht aus Sekundärquellen, und in die Noten fließen geprüfte Bewertungen von Menschen ein, die täglich mit den Programmen arbeiten. Wir küren bewusst nicht einen einzigen Sieger: Was für einen Betrieb mit zehn Personen richtig ist, ist es für zweihundert selten. Jeder Eintrag trägt deshalb seinen Einstiegspreis, seine aktuelle Note und einen klaren Hinweis darauf, für wen er passt und wo er an Grenzen stößt. Wo wir an einem Link verdienen, steht das dabei, an der Reihenfolge dieser Liste ändert es nichts.
Die besten Optionen im Ranking
1. BuchhaltungsButler
BuchhaltungsButler beginnt bei unter vier Euro im Monat und ist damit der günstigste ernsthafte Einstieg im Feld. Für Belegerfassung und einfache Buchhaltung reicht die unterste Stufe, und der Aufstieg in die Automatisierung ist jederzeit möglich.
Was Sie bekommen: Deutsche Buchhaltungssoftware, deren Schwerpunkt auf der automatischen Zuordnung von Belegen zu Zahlungen liegt. Das Produkt ist neu im Verzeichnis und trägt deshalb noch keine Nutzernote.
Preis: Die Tarife reichen von Light zu 3,90 €, Smart zu 9,95 €, Premium zu 19,95 €, E-Commerce zu 9,95 € und Vereine zu 14,95 € pro Monat, zzgl. 19 % MwSt.
Warum wir es empfehlen:
- Automatische Zuordnung von Beleg und Zahlung
- Auf laufende Buchführung ausgelegt, nicht auf Rechnungsstellung
Zu bedenken: im Light-Tarif fehlt die Automatisierung, die das Produkt eigentlich ausmacht.
Zum ausführlichen Test von BuchhaltungsButler →
2. Collmex
Collmex bietet sowohl für Rechnung als auch für Buchhaltung eine dauerhaft kostenlose Stufe, und die kostenpflichtigen Tarife beginnen bei unter neun Euro. Wer bewusst wenig ausgeben will und Geduld für die Bedienung mitbringt, bekommt hier am meisten fürs Geld.
Was Sie bekommen: Deutsche Cloud-Software für Buchhaltung, Rechnung und Warenwirtschaft. Wird seit Jahren von einem kleinen Team in Deutschland entwickelt und ist modular nach Bedarf buchbar. Das Produkt ist neu im Verzeichnis und trägt deshalb noch keine Nutzernote.
Preis: Die Tarife reichen von Rechnung free zu kostenlos, Rechnung basic zu 8,95 €, Buchhaltung light zu 8,95 €, Buchhaltung basic zu 11,95 €, Komplettpaket basic zu 16,95 €, Komplettpaket plus zu 24,95 €, Komplettpaket pro zu 46,95 € und Verein zu 13,95 € pro Monat, zzgl. 19 % MwSt.
Warum wir es empfehlen:
- Dauerhaft kostenlose Einstiegsstufen
- Eigener Tarif für Vereine
- Sehr günstige Komplettpakete
Zu bedenken: die Oberfläche erklärt wenig von selbst, rechnen Sie mit Einarbeitung.
Zum ausführlichen Test von Collmex →
3. sevDesk
Der kostenlose Tarif von sevDesk deckt bis zu drei Rechnungen im Monat ab und beherrscht dabei bereits ZUGFeRD und XRechnung. Für einen Nebenerwerb mit wenigen Kunden ist das eine vollständige Lösung ohne Kosten.
Was Sie bekommen: Cloud-Buchhaltung aus Offenburg für Selbstständige und kleine Unternehmen, mit automatischer Belegerkennung, ELSTER-Anbindung und DATEV-Export. Das Produkt ist neu im Verzeichnis und trägt deshalb noch keine Nutzernote.
Preis: Die Tarife reichen von Kostenlos zu kostenlos, Rechnung zu 11,90 €, Buchhaltung zu 25,90 € und Buchhaltung Pro zu 34,90 € pro Monat, zzgl. 19 % MwSt.
Warum wir es empfehlen:
- Starke automatische Belegerkennung
- ELSTER-Übermittlung direkt aus dem Programm
- Wechsel von EÜR zur Bilanz ohne Produktwechsel
Zu bedenken: auf drei Rechnungen im Monat begrenzt, darüber wird es kostenpflichtig.
Zum ausführlichen Test von sevDesk →
4. WISO MeinBüro
WISO MeinBüro staffelt die Webtarife nach Jahresumsatz statt nach Funktionsumfang. Wer unter fünfundzwanzigtausend Euro bleibt, zahlt neun Euro im Monat und bekommt dennoch den vollen Funktionsumfang dieser Stufe.
Was Sie bekommen: Kaufmännische Software von Buhl Data, wahlweise als Cloud-Anwendung oder als Desktop-Programm. Deckt Rechnung, Buchhaltung, Auftragsabwicklung und Warenwirtschaft ab. Das Produkt ist neu im Verzeichnis und trägt deshalb noch keine Nutzernote.
Preis: Die Tarife reichen von Web XS zu 9,00 €, Web S zu 19,00 €, Web M zu 39,00 €, Web L zu 99,00 € und Desktop zu 14,90 € pro Monat, zzgl. 19 % MwSt.
Warum wir es empfehlen:
- Wahl zwischen Cloud und eigenem Rechner
- Einstiegstarife nach Jahresumsatz gestaffelt
- Ausbaubar bis zur Warenwirtschaft
Zu bedenken: die Umsatzgrenzen der unteren Tarife sind scharf, beim Wachstum wird umgestuft.
Zum ausführlichen Test von WISO MeinBüro →
5. Lexware Office (lexoffice)
Der Einstiegstarif von Lexware Office kostet unter acht Euro und enthält das GoBD-Belegarchiv samt App zum Scannen. Für die reine Belegsammlung ist das der sauberste günstige Einstieg, nur Rechnungen schreiben Sie damit noch nicht.
Was Sie bekommen: Cloud-Buchhaltung von Haufe-Lexware für Selbstständige und kleine Betriebe, mit ELSTER-Übermittlung und DATEV-Export für die Steuerkanzlei. Das Produkt ist neu im Verzeichnis und trägt deshalb noch keine Nutzernote.
Preis: Die Tarife reichen von S zu 7,90 €, M zu 12,90 €, L zu 21,90 € und XL zu 32,90 € pro Monat, zzgl. 19 % MwSt.
Warum wir es empfehlen:
- Direkte ELSTER-Übermittlung
- DATEV-Export für die Steuerkanzlei
- Belegerkennung mit Vorkontierung
Zu bedenken: Rechnungen schreiben können Sie erst ab dem Tarif M, die Stufe S archiviert nur Belege.
Zum ausführlichen Test von Lexware Office (lexoffice) →Vergleich auf einen Blick
So schneidet die engere Auswahl ab, wofür sich das Produkt am besten eignet, der Einstiegspreis netto und die aktuelle Note auf Prüfstand.
| Software | Am besten für | Einstiegspreis | Note |
|---|---|---|---|
| BuchhaltungsButler | Günstigster kostenpflichtiger Einstieg | Ab 3,90 € / Monat | Neu |
| Collmex | Bester kostenloser Dauertarif | Ab 8,95 € / Monat | Neu |
| sevDesk | Bester kostenloser Tarif mit E-Rechnung | Ab 11,90 € / Monat | Neu |
| WISO MeinBüro | Günstigster Tarif mit Umsatzgrenze | Ab 9,00 € / Monat | Neu |
| Lexware Office (lexoffice) | Bester günstiger Einstieg mit Belegarchiv | Ab 7,90 € / Monat | Neu |
Womit sollten Sie rechnen?
Cloud-Buchhaltung für ein kleines deutsches Unternehmen bewegt sich üblicherweise im niedrigen bis mittleren zweistelligen Eurobereich pro Monat, netto und zzgl. 19 % MwSt. Einstiegstarife decken Rechnungsstellung und EÜR ab, mittlere Stufen bringen doppelte Buchführung, Bankanbindung und den DATEV-Export, und obere Stufen ergänzen Lager, Mehrwährungsfähigkeit oder mehrere Mandanten.
Die Zahl, auf die es ankommt, ist nicht der beworbene Einstiegspreis, sondern der Tarif, in dem die Funktionen liegen, die Sie tatsächlich brauchen, bei praktisch allen Anbietern hängen DATEV-Export und doppelte Buchführung an einer höheren Stufe. Rechnen Sie außerdem die Kosten der Steuerkanzlei mit: Eine Software, die der Kanzlei Arbeit abnimmt, kann sich über deren Rechnung bezahlt machen, auch wenn sie im Abonnement teurer ist.
Unser Fazit
Wenn Sie wenige Rechnungen im Monat schreiben, ist der kostenlose Tarif von sevDesk die beste Antwort, weil er die E-Rechnung bereits beherrscht und nicht abläuft. Brauchen Sie mehr Volumen und wollen trotzdem wenig zahlen, ist Collmex der günstigste vollständige Weg.
Rechnen Sie aber ehrlich, wann Sie die Grenze überschreiten. Sobald Bankanbindung und Voranmeldung dazukommen, liegen alle Anbieter im mittleren zweistelligen Bereich, und dann entscheidet nicht mehr der Preis, sondern welche Oberfläche Sie täglich aushalten.
Häufige Fragen
Gibt es wirklich dauerhaft kostenlose Rechnungsprogramme?
Ja. sevDesk, Collmex und Papierkram führen Stufen, die dauerhaft kostenlos bleiben und keine Testphasen sind. Sie sind jeweils im Umfang begrenzt, etwa in der Zahl der Rechnungen oder der Funktionen.
Reicht ein günstiges Rechnungsprogramm für das Finanzamt?
Für die reine Rechnungsstellung ja, sofern es GoBD-konform archiviert und die Pflichtangaben nach § 14 UStG setzt. Für die Umsatzsteuervoranmeldung über ELSTER brauchen Sie bei den meisten Anbietern eine höhere Stufe.
Können günstige Programme E-Rechnungen erstellen?
Teilweise. sevDesk kann XRechnung und ZUGFeRD bereits im kostenlosen Tarif, bei anderen Anbietern liegt der Versand strukturierter Rechnungen in einer höheren Stufe. Das ist vor dem Abschluss zu prüfen, weil die Versandpflicht ab 2027 gestaffelt greift.
Die Preise wurden am 13. August 2026 gegen die deutschen Preisseiten der Anbieter geprüft und verstehen sich netto, zzgl. 19 % MwSt., sofern nicht anders angegeben. Anbieter ändern Preise ohne Vorankündigung, prüfen Sie den aktuellen Betrag vor dem Kauf auf der Seite des Anbieters. Mit Sternchen (*) markierte Links sind Affiliate-Links: Kaufen Sie darüber, erhalten wir eine Provision. Für Sie ändert sich der Preis dadurch nicht, und an den Noten und der Reihenfolge dieser Liste ändert es ebenfalls nichts.
